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Fakultät Er­zieh­ungs­wis­sen­schaft, Psy­cho­lo­gie und Bil­dungs­for­schung

Erinnerung an die Katastrophe vom 11.03.2011

Neun Personen stehen vor einer Projektionswand © Lothar Wigger
Luftaufnahme eines Überschwemmungsgebietes © Tohoku Regional Bureau, Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism (Japan)
Prof. Dr. Lothar Wigger hat auf dem Workshop „Challenges in Disaster Education“ am International Research Institute of Disaster Science (IRIDeS) der Tohoku Universität in Sendai am 16. März 2026 einen Vortrag zum Thema „Katastrophe und Erziehung“ gehalten und an den Führungen am 17. März 2026 durch die zum Museum hergerichtete Schulruine der „Sendai Arahama Elementary School“ und zu den Gedenkstätten und Erinnerungsorten des durch den Tsunami am 11. März 2011 zerstörten Dorfes Arahama teilgenommen.

Prof. Dr. Julia Gerster, Gambrinus Fellow 2025 an der Fakultät EPB, hatte den wissenschaftlichen Workshop „Challenges in Disaster Education“ am IRIDeS mit 4 Beiträgen und Teilnehmern von den Universitäten Tokyo, Kyoto, Tohoku, Melbourne und Dortmund organisiert. Sie hatte zudem die Besichtigungstour nach Arahama organisiert, einem vom Tsunami vollständig zerstörten Ortsteil von Sendai. Die Diskussionen des Workshops waren anregend und weiterführend als Grundlage für weitere internationale Forschungskooperationen. Der Tag in Arahama war aber besonders eindrücklich. Der ehem. Schulleiter Takao Kawamura führte durch seine frühere Schule und erzählte von den dramatischen Stunden am 11. März. Aufgrund des starken Erdbebens hatten sich viele Anwohner des Dorfes in die Schule geflüchtet, die als Evakuierungsort diente. Da Elektrizität und alle elektronischen und kommunikativen Medien ausgefallen waren, wusste niemand von dem herannahenden Tsunami. Da aber die 320 Schüler*innen, Lehrer*innen und Anwohner sich auf Anweisung des Schulleiters im obersten Stockwerk und auf dem Dach der Schule aufhielten, konnten alle gerettet werden. 191 Dorfbewohner haben die Katastrophe dagegen nicht überlebt. Die 9 Meter hohe Tsunami-Welle überflutete den ganzen Ort, der 2200 Einwohner zählte. Die viergeschossige Schule hat als einziges Gebäude des Ortes dem Tsunami standgehalten. Das Wasser stand im 1. Stock 60cm hoch. Die Schüler*innen wurden noch am gleichen Nachmittag mit Hubschraubern gerettet, die Erwachsenen wurden am nächsten Tag von der Feuerwehr durch den zerstörten Ort in Sicherheit gebracht. Die Schule dient jetzt als Mahnmal und Museum. Frau Gersters Kollegin Yumiko Saito, eine frühere Lehrerin der Grundschule, führte durch das Gelände des früheren Ortes mit seinen Mahnmalen. An die Opfer erinnert eine Gedenkstätte hinter dem erneuerten und erhöhten Deich. Im „Sendai 3/11 Memorial Community Center“ wird durch Fotografien, wie z.B. das oben abgedruckte, an die Geschichte des Ortes, an die Katastrophe und an ihre Bewältigung erinnert.